ThemenBudgetSparenVorsorgeKinder & GeldWohnenAlltagFeste
Start › Rundum Familie › Kindergeburtstag günstig feiern: so planst du mit Budget
Rundum Familie

Kindergeburtstag günstig feiern: so planst du mit Budget

Ein Kindergeburtstag wird selten teuer, weil Kinder teure Wünsche haben, sondern weil niemand vorher eine Summe festlegt. So planst du das Fest rückwärts vom Budget aus.

Am Kühlschrank klebte eine Einladung: Trampolinhalle, danach Pizza, zwölf Kinder. Meine Tochter stand davor, zählte die Namen und sagte den Satz, vor dem ich mich gedrückt hatte: „Ich will auch so einen.“ Zwei Wochen später war ihr Geburtstag. Und ich hatte ungefähr so viel Lust auf die Rechnung wie auf zwölf Kinder in meinem Wohnzimmer.

Teuer wird ein Kindergeburtstag fast nie, weil Kinder teure Wünsche haben. Teuer wird er, weil niemand vorher eine Zahl aufschreibt. Man kauft Deko, weil man gerade im Laden steht. Man bestellt Pizza, weil der Kuchen nicht reicht. Man packt Mitgebseltüten, weil das die anderen auch machen. Jede Einzelentscheidung ist klein, die Summe am Monatsende nicht.

Schreib die Summe auf, bevor du irgendetwas planst

Setz dich hin und leg fest, was dieses Fest kosten darf. Eine einzige Zahl, die zu eurem Monat passt, nicht zu Pinterest. Diese Zahl ist danach die Grenze, von der aus du rückwärts planst, nicht ein Richtwert, der sich im Laufe der Woche hochschiebt.

Mir hat es geholfen, das Geld tatsächlich abzuheben und in einen Umschlag zu legen. Klingt altmodisch. Funktioniert aber, weil ein leerer Umschlag ehrlicher ist als eine Kontostandszahl, die man sich schönguckt. Wenn du lieber digital arbeitest, leg ein zweites Konto oder einen Unterordner im Haushaltsbudget an und buche jeden Einkauf sofort dagegen.

Sprich die Summe mit deinem Kind ab, wenn es alt genug ist. Ab ungefähr sechs Jahren verstehen Kinder: Es gibt so viel, und wir entscheiden gemeinsam, wofür. Meine Tochter hat sich damals gegen die teure Torte und für eine Schatzsuche im Park entschieden. Diese Entscheidung hat sie Wochen später noch stolz erzählt.

Die Gästezahl entscheidet über fast alles andere

Jedes zusätzliche Kind kostet dich Essen, Mitgebsel, Material für Spiele und Nerven. Die alte Faustregel, so viele Gäste einzuladen, wie das Kind Jahre alt wird, ist nicht nur eine Sparmaßnahme. Sie passt auch zu dem, was Kinder aushalten: In großen Gruppen wird mehr gestritten, geschrien und geweint, und am Ende hat niemand das Gefühl, gefeiert zu haben.

Wenn die halbe Klasse eingeladen werden soll, weil es sonst Tränen gibt, trenne die Anlässe. Ein kleines Fest mit drei Freundinnen zu Hause, dazu einmal Kuchen für alle in der Schule oder Kita. Das kostet einen Bruchteil und löst das soziale Problem genauso.

Teil dein Budget in vier Töpfe

  1. Essen und Trinken. Der Topf, der am leichtesten überläuft, weil man aus Angst vor zu wenig immer zu viel kauft.
  2. Programm und Material. Krepppapier, Bastelkram, Preise für Spiele, eventuell Eintritt.
  3. Mitgebsel. Pro Kind eine Kleinigkeit, mehr nicht.
  4. Puffer. Ungefähr ein Fünftel der Gesamtsumme, unangetastet, bis das Fest vorbei ist.

Der Puffer ist der Topf, den alle weglassen und alle brauchen. Bei uns ist er draufgegangen für eine Packung Pflaster, zwei Luftballons zum Nachkaufen und ein Kind, das keine Wurst isst.

Woran Kinder sich wirklich erinnern

Nicht an die Deko. An den Moment, in dem alle gleichzeitig unter dem Tisch lagen, weil das Spiel es so wollte. An den Schatz im Gebüsch. An den Kuchen, der aussah wie ein Igel und schief war.

Deshalb lohnt es sich, den größten Teil des Aufwands ins Programm zu stecken und den kleinsten in die Optik. Eine durchgeplante Stunde Spiele mit klarem Anfang und Ende ist mehr wert als eine Girlande in Wunschfarbe. Plan drei bis vier Spiele, die du kennst und die ohne Vorbereitung funktionieren, und halte zwei in Reserve, falls etwas floppt.

Ein Motto senkt die Kosten, statt sie zu erhöhen, wenn du es als Klammer benutzt und nicht als Einkaufsliste. Piraten heißt: Augenklappen aus Pappe, eine Schatzkarte mit Kaffee gefärbt, Schatzsuche im Hof. Es heißt nicht: Piratenservietten, Piratenbecher, Piratenpappteller.

Beim Essen reicht eine Sache, die auffällt

Kinder essen auf Geburtstagen erstaunlich wenig. Sie sind aufgeregt, sie wollen spielen. Was funktioniert: eine Sache, die besonders ist, und drumherum Einfaches. Ein großer Kuchen und danach Würstchen mit Brötchen. Oder Waffeln, die ihr selbst backt, mit drei Toppings in Schüsseln.

Was ich mir abgewöhnt habe: Getränke in Flaschen für jedes Kind. Eine große Kanne Saftschorle und beschriftete Becher reichen, und es bleibt deutlich weniger stehen.

Mitgebsel: eine Sache pro Kind, nicht sechs

Die prall gefüllte Tüte ist der Posten, bei dem am meisten Geld für am wenigsten Freude ausgegeben wird. Der Kleinkram landet im Auto der anderen Eltern und spätestens zwei Tage später im Müll.

Besser: eine einzige Sache, die mit dem Fest zu tun hat. Das selbst bemalte Steinamulett von der Schatzsuche. Der Keks, den jedes Kind verziert hat. Die Seifenblasen, mit denen draußen gespielt wurde. Das Mitgebsel ist dann Teil des Nachmittags und nicht ein Trostpreis fürs Nachhausegehen.

Die Stellen, an denen es bei uns schiefgegangen ist

Zu spät eingekauft. Am Vortag im vollen Supermarkt greift man zu dem, was da ist, nicht zu dem, was günstig ist. Plan den Einkauf drei bis vier Tage vorher ein.

Zu lange gefeiert. Zweieinhalb bis drei Stunden sind genug. Danach kippt die Stimmung, und du brauchst Nachschub an Essen und Ideen, der nicht eingeplant war. Schreib die Endzeit auf die Einladung.

Und einmal habe ich aus schlechtem Gewissen nachgekauft, weil ich fand, dass es zu schlicht aussieht. Meine Tochter hat die zusätzliche Deko nie erwähnt. Sie hat drei Wochen lang von dem Moment erzählt, als ihre Freundin beim Stopptanz in die Sofakissen gefallen ist.

Du musst dieses Fest nicht gewinnen. Es reicht, wenn dein Kind am Abend müde und zufrieden im Bett liegt und du nicht ausrechnen musst, wo das Geld bis zum Monatsende herkommt.

F
Finanzen+Familie

Schreibt bei Finanzen+Familie über Budget, Förderungen und Sparpläne, mit Zahlen aus dem eigenen Familienalltag.

Mehr aus Rundum Familie

Alles aus Rundum Familie ›